Herrenferien light in Nauders - 10. - 14. Juni
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- Erstellt: Montag, 10. Juni 2013 20:27
- Geschrieben von Didi Maret / Martin Näf
Dieses Jahr fuhren die Abtrünnigen Didi und Rolli mit Jin nach Nauders in die Herrenferien "light". Über fünf Tage hinweg trafen konstant Berichte ein, die wir hier nicht vorenthalten möchten...
Montag, 10. Juni - Erster Tag
Es regnet. Das Dorf, welches praktisch nur aus Hotels, Pensionen und Gasthöfen besteht, ist sehr verwinkelt, es scheint so als fahre man durch die Bremgartner Altstadt. Da das Hotel über Mittag nur eine kleine Karte zur Verfügung hat, sind wir in den gegenüberliegenden Gasthof eingekehrt. Rolli’s Spätzlepfanne war mit Zwiebeln und viiiel Käse garniert, eine Augen- und Geschmacksweide, mein Rindspfänndli mit hausgemachten Spätzle und Bohnen mundete sehr gut. Jin’s Pommes mit Ketchup scheinen auch ihren Hunger gestillt zu haben.
Zum Hotel
Leider steht kein Bastelraum zur Verfügung, bzw. es hat einen kleinen Skischuhraum. Würde ich meine Rascal in den Raum stellen, hätte nichts mehr anderes Platz - eine Enttäuschung pur!!
Zum Fluggelände...
... gibt es im Hotel für 5 Euro eine Hochglanz-Wegbeschreibung zum Flugplatz. Eine genaue Wegbeschreibung erhält man durch den Hotelier. Das viele "links und rechts nach, vor, hinter der Kirche" erschwert unseren Weg zum Gelände. Eine ungefähre Standorteingabe mit dem Navi erleichterte uns den Hinweg.
Der Flugplatz
Wenig Parkplätze, eine holprige wegaufwärts gerichtete Piste, an der man das Ende nicht sieht - nicht weil sie so lange wäre, sondern weil sie sich auf einem Hügel befindet. Links davor die summende Hochspannungsleitung. Der Vorteil bei Aussenlandungen: überall Wiese. Wie sich das ganze beim Fliegen entwickelt werden wir noch sehen. Ob der kleine Hügel für Thermik schon reicht?
Das Hangfluggelände
Eine weitere Autofahrt von ca. 15 min und wir waren bei der Jausenstation 1780m über dem Meeresspiegel. Der Ortansässige erklärte uns, wie wir zum eigentlichen Fluggelände gelangen. Eine halbe Stunde dem Weg entlang gehen, dann kommen wir zu einer flachen Wiese. Rolli und ich machten uns auf den Weg mit Regenjacke und Gummistiefel. Dass der Weg so steil ist, wurde uns nicht mitgeteilt.
Die vielen natürlichen Hinterlassenschaften von Lisa, Maike, Henriette oder wie die gehörnten Wiederkäuer auch heissen mögen erschwerten uns den Aufstieg. Das Keuchen, das im Tal zu hören war, stammte von Rolli und mir, aber es ging ja aufwärts. Oben angelangt, die Puste ging uns aus, und die Wiese war wirklich flacher und die Kühe seltener, begrüsste uns die nahe Hochvoltleitung mit einem kräftigen Summen. Irgendwie unheimlich!
Dass wir es mit den Flieger nochmals bis hierher schaffen würden, glaubten wir nicht und machten uns bei feinem Nieselregen auf den Heimweg zurück ins Hotel. Das Abendessen mundete hervoragend.




Dienstag, 11. Juni - Zweiter Tag
8:30 waren wir beim Frühstück, ein reichhaltiges Angebot wie es sich gehört. Das Wetter ist durchzogen, Nebel, Regen und wieder Nebel. Da wir noch nicht alle Fluggelände inspiziert hatten, wollten wir noch den Parditscher Hof begutachten. Doch zuerst wurden wir durch den Hotelier Karl Baldauf instruiert, was das Fliegen in Nauders betrifft. Es „krieselt“ ein bisschen zwischen dem Modellflugclub Nauders und den verschiedenen Hoteliers. Kein Wunder: täglich kommen neue Piloten, die das heimische Flugterritorium belagern. Trotz einem Obulus, der auf jedem Platz entrichtet werden muss, stellt sich die Frage bei schönem Wetter, wohin mit den vielen Piloten und Autos? Gespräche mit Hoteliers und dem neuen Obmann sind im gange und es wird daran gearbeitet.

Nach einer Stunde Vortrag und lustigen Gesprächen zogen wir von dannen zum Parditscherhof. Durch die verwinkelten schmalen Gassen von Nauders, Richtung Berg durch das Fahrverbot, jedoch mit Bewilligung des Hotels, düsten wir los. Oben angekommen erwartete uns dichter Nebel und Regen. Ächz immer noch...


Durch den Wirt auf dem Parditschhof liessen wir uns kurz erklären, wo wir zu landen und ihm die 5 Euro zu entrichten hätten wenn wir fliegen. Der gemähte Landeplatz war zwischen dem Kinderspielplatz angelegt, da scheint es noch Nachholbedarf zu geben was die Landeroute anging. (Auch hier fand kürzlich ein Pächterwechsel statt und die Gespräche sind noch am Anfang). Grummel...
Zurück auf den offiziellen Nauders Flugplatz, denn dort hat der West-Südwestwind eingesetzt. Gemäss Karl ideales Flugwetter. Es klarte bald auf und los ging's. Rolli startete seinen Segler und - hoppla - aufwärts immer weiter, obwohl sehr ruppig, ging es nach oben. Mein Storm von Valenta wollte auch in die Höhe. Ein mulmiges Gefühl wenn Mann das Gelände nicht kennt. Aber wie Karl schon bei der Besprechung erklärte, einfach weiter hinausfliegen wenn es nicht mehr so trägt. Da wir ja keine Weicher sind, ging es weiter hinaus bis es wieder trägt... (Die später anwesenden Deutschen brauchten sogar den Motor für den Start).


Dieser Nachmittag entschädigt für vieles!
Mittwoch, 12. Juni - 3. Tag
Diesen Mittwoch war das Wetter wunderbar, es regnete nicht, die Sonne schien zwischen den Wolken und der Wind kam von der richtigen Seite. Also los auf den Flugplatz! Es war noch ein bisschen kühl am Morgen, der Wind stark, alle hatten heute die winddichten Kleider an. Im Schatten der Clubhütte war es angenehm.
Die kleine Hütte ist mit zwei Solarpanels und einem 180Ah Bleiakku für das Laden der Flieger ausgerüstet. Die Hütte ist mit zwei Webcams ausgerüstet, die über eine SIM-Karte alle 10 Min. neue Bilder auf die Homepage von www.modellclub-nauders.at lädt. Vielleicht sieht uns ja jemand? Der Windmesser sowie das Luxmeter und Luftdruck sind auch ersichtlich.

Mit Wind und Thermik kurbelten wir uns hoch, damit es danach gleich wieder runterging. Fantastisch dieses auf und ab! Leider mussten heute auch einige ins Tal wandern, da es zwischendurch Aussenlandungen gab. Auch meine Wenigkeit gehörte dazu. Einmal, als der Akku vom Skorpion Ds leer war (Grummel) und zweimal, als mir die Thermik unter dem X-Mess Nurflüger wegbrach. Wie unser Präsident sagen würde: Das ist der Sportanteil.
Mit leicht geröteter Birne trotz Sonnencreme sind wir am Abend erschöpft nach Hause gekommen.


Donnerstag, 13. Juni - 4. Tag
Das war ja ein Hammertag, am Morgen schon durch die Sonne geweckt worden, sehr gut gefrühstückt. Da so schönes Wetter war, war auch Markt. Irgendwelche Eingeborenen hatten Ihre Stände aufgestellt und verkauften Kleider, Kirschen, Spidermanfiguren mit dazugehörigem Schwert, irgend eine Serie muss ich da wohl verpasst haben.
Nun zum Fliegen. Am morgen war noch üblicher Westwind, leider brauchten wir die Segler mit dem Lipoantrieb, da nichts ging. Gegen Mittag machten wir uns auf dem Platz eine Brotzeit mit Campingtisch und allem was dazugehört. Während dem Nachmittagfliegen kehrte der angekündigte Wind tatsächlich auf Süd bis Südost ab. Plötzlich hatten wir die steife Brise nicht mehr von vorn sondern von hinten. Das ganze Landeprozedere musste geändert werden.
Nachdem der Schreck vorbei war, versuchten wir es an der anderen Landekante. Ja aber hallo!! Da geht ja die Post ab! Röööne würde jauchzen vor Freude. Alles was keinen Motor brauchte wurde bereit gestellt und gen Himmel geworfen. Stundenlang kreisten wir bis in den Abend mit den verschiedenen Modellen. Zwischendurch wieder eine Hitzepause unter dem blauen Sonnenschutz, den ich aufgestellt hatte. Einige sahen das über die clubeigene Webcam und meldeten sich auch spontan per SMS mit dazugehörigem Kommentar. Die Webcam des www.modellclub-nauders.at liefert alle 10min. ein neues Bild.


Jetzt nach der angenehmen Dusche wird zuerst zu abend gegessen und dann sehen wir, was das Wetter am Freitag macht.
Freitag, 14. Juni - 5. Tag
Als wir heute Morgen aufgestanden sind, war der Himmel mit Wolken behangen. Da es auch Windstill war und der Wetterbericht von Regen sprach, entschlossen wir uns früher heimzukehren. Zuerst gönnten wir uns aber eine kalte bzw. lauwarme Dusche, da irgendwie das Warmwasser aus war. An der Rezeption im Hotel Post erfuhren wir, dass wir trotzdem bis Sonntag bezahlen müssen, das es keine Kulanz gäbe oder Rabatt. Irgendwie waren wir trotzdem froh das "Kaff" zu verlassen, überall wurde an den Strassen gleichzeitig gebaut, die eingeborenen Arbeiter waren unfreundlich und wollten uns partout keinen Platz machen. Einen netten Gruss erwiderten Sie nicht und starrten nur grimmig zurück.

Leider konnten wir mangels passender Windrichtung die zwei anderen Hänge (Parditsch und Nouvelles) nicht befliegen. Was soll's, die eine Landebahn wäre zwischen dem Kinderspielplatz, der andere Hang zwischen Kuhfladen und 30min. Wanderung, abgesehen von der sehr nahen Hochspannungsleitung. Elmar Joos, der Obmann der Modellflieger, den wir noch kurz auf dem Platz traffen, erklärte uns freundlich die Benimmregeln von Parkieren und dergleichen, auch der Aufbau von der Photovoltaik Anlage mit Webcam etc. Für die Bewilligung zum Fliegen wird ein A4 Ausweis mit Code generiert und auch kontrolliert.





Fazit:
- 10 Euro Startgebühr für den Modellclub Nauders übernimmt der Hotelier
- Kleiner Bastelraum (ca. 5m x 2.4m, nur ein Tisch)
- Flugeinweisung zufällig, da ich mich erkundigte (Wia schaut's aus?)
- Frühstück reichlich, am Abend längere Wartezeit
- Flugplatz Nauders sensationell bei fast allen Windrichtungen, jedoch kein Schatten, keine Grillmöglichkeit (Brandgefahr).
- 12V Lademöglichkeit mit 4mm Buchsen vorhanden.
- Die zwei Zubringerstrassen zum Flugplatz sind schlecht ersichtlich.
Die nächste Fliegermöglichkeit in der Republik Österreich haben wir auch schon in Aussicht und werden das nächste Mal woanders hingehen.