Erstflug Oldtimersegler D-30 Cirrus
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- Erstellt: Dienstag, 02. Juli 2019 12:59
- Geschrieben von Adrian Eggenberger
Erfolgreicher Erstflug Oldtimersegler D-30 Cirrus am Sonntag, 30.6.2019.
Endlich hat alles gepasst, sodass der Erstflug des Oldtimer Segelfliegers von Adi Eggenberger am Schlepp hinter Martin Näf’s Rascal erfolgen konnte. Weil Oldie Flieger tendentiell langsam fliegen und die schlanken 5m Flächen des D-30 in Holzbauweise gefertigt und damit nicht beliebig stabil sind, hatten Martin und Adi an einem früheren Schleppabend versucht eine optimale Schleppkonfiguration des Rascal zu ermitteln. Nachdem klar war wie schnell der Rascal in welcher Konfiguration fliegt und wieder einmal Schlepper und Seglerplot auf Platz waren, konnte der Erstflug des D-30 Cirrus dann am Sonntag, 30.6.2019 durchgeführt werden.
Der Start des Seglers erfolgte auf dem grossen Startwägeli von Hampi Tobler problemlos. Später soll dann ein eigenes originalähnliches, abwerfbares Startwägeli mit vier Rädern (Dolly) gebaut werden. Martin beschleunigte bewusst sanft und flog auch langsamer als gewohnt. Der erste Start gelang problemlos. Sofort stellte sich heraus, dass die Schleppgeschwindigkeit nicht tiefer sein sollte als bei unseren anderen Segelfliegern. So langsam wie der Rascal mit halb gesetzten Klappen fliegen kann, ist auch für den D-30 Cirrus zu langsam und er wird schwammig. Trotz etwas Pendeln wegen der zu geringen Schleppgeschwindigkeit erfolgte der erste Schlepp bis auf ca. 200m über den Platz. Beim anschliessenden Gleitflug musste nur wenig nachgestellt werden, etwas Höhenrudertrimmung und Reduktion des Höhenrudersauschlags waren vonnöten. Der Segler lässt sich gut steuern wenn man, wie bei Seglern mit hohen Streckungen Bedingung, auch das Seitenruder benutzt. An Aufwind war beim ersten Flug nicht zu denken, sodass die Höhe für verschiedene Versuche und die optimale Vorbereitung der Landung genutzt wurde. Diese gelang bereits gut und der Pilot war erleichtert und sehr erfreut. Es erfolgten am Sonntag noch zwei weitere Flüge, wovon einer bei zeitweilig schöner Thermik bis auf 400m Höhe. Das Flugbild dieses Oldtimers und Exoten mit den schlanken Flächen und dem Rohrrumpf ist sehr speziell und natürlich Geschmacksache. Auf jeden Fall ist der Flieger eine elegante Erscheinung und eine Rarität und wird hoffentlich viele Flüge auf unserem Platz absolvieren.
Das Original wurde 1938 gebaut und hatte eine beeindruckende Spannweite von 20m und eine Gleitzahl von 37. Es wurde Ende des zweiten Weltkriegs zerstört.
Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Akaflieg_Darmstadt_D-30
https://www.j2mcl-planeurs.net/dbj2mcl/planeurs-machines/planeur-fiche_0int.php?code=457
Das Modellflugzeug wurde um ca. 1980 von Heiko Rapp, einem deutschen Modellflieger komplett in Holzbauweise gefertigt (Rumpf mit Glasgewebe überzogen) und wiegt komplett ca. 4.3kg. Das ergibt bei den 80dm2 ca. 54g/dm2. Für einen Oldie Thermiksegler passt das. Die Flächen sind aufgrund der Bauweise nicht gerade hochfest, aber ausreichend stabil für Thermikflüge. Die biegen sich elegant durch sobald der Flieger in der Luft ist. Das schöne Modell fristete viele Jahre ungenutzt bei Rainer Lotz im Lager. Adi Eggenberger ist bei einem Besuch bei Rainer in Pfäffikon ZH darauf aufmerksam geworden und hat es übernommen. Im Winter 2018/2019 hat er die kompletten RC-Innereien auf den neusten Stand gebracht. Die teilweise eingeharzten Graupner Varioprop Linearservos aus den 80er Jahren mussten ausgebaut oder sogar herausgefräst werden. Neu sind Hochvolt- und Highspeed Servos eingebaut, ein 2S/3000er Lipo zur RC-Stromversorgung und ein telemetriefähiger Empfänger. Für diesen Flieger wäre die Stellgeschwindigkeit und der Stellkraft der Originalservos wohl ausreichend, aber wenn man schon mal ändert, dann auf aktuelles Material.