Jahresmeisterschaft 2022 - Fliegen

Nach einigen Verzögerungen und verschobenen Terminen war es am 11. September endlich soweit: Ein kleines, unerschrockenes Grüppchen von Piloten fand sich zum jährlichen Messen der fliegerischen Leistungen - eigentlich aber vor allem zum Plausch - ein. Der fliegerische Teil der Jahresmeisterschaft konnte bei besten Wetterbedingungen über die Bühne gehen!

Im ersten Teil war die Ziellandung auf Zeit im Fokus. Mit dem Segler musste möglichst genau 3 Minuten ohne Motor geflogen werden, die Landung danach mit minimalem Abstand zum Band. Die Piloten brachten verschiedenste Flieger an den Start - von der einfachen Schaumwaffel über Schwachwindsegler bis hin zu CFK-Leistungsseglern. 

Gewonnen wurde dieser Durchgang einmal mehr bei der Ziellandung. Zwar wurden vor allem im ersten Durchgang ein paar Piloten von Abwinden etwas überrascht, sie behielten aber die Nerven und konnten fast allesamt doch noch irgendwie den Flieger in der Luft halten und auf den letzten Drücker eine Ziellandung hinlegen. Auch bei der Ziellandung war dieses Jahr das Niveau hoch. Natürlich gab es auch hier ein paar Nuller, weil der Flieger zu kurz reinkam, aber jeder Pilot schaffte doch mindestens einen Durchgang mit etwa einem Meter Abstand zum Band oder besser. Die genausten Landungen brachte an diesem Tag Martin Näf mit seiner Mystique auf den Platz, mit 4 und 5cm gemessenem Abstand entschied er den Wettbewerb damit klar für sich.

In der zweiten Hälfte des Nachmittags wurden dann die bewährten Tore auf der Piste aufgestellt. Diese zwei Tore mussten mehrfach durchflogen werden, davon einmal in einer 8-er Figur. Gewertet wurde nicht die schnellste Zeit, sondern das konstante Fliegen: Drei Durchgänge wurden gemessen, die kleinste Zeitdifferenz zwischen zwei Durchgängen zählte. Wichtig war hier die Taktik: Je länger die Flugzeit, desto höher auch die Gefahr für Abweichungen. Andererseits aber wuchs mit höherer Geschwindigkeit das Risiko für Crashes. Die erfolgreiche Taktik war daher klar: So schnell wie möglich, aber ohne dass die Nerven zu flattern begannen. Was das bedeutet, zeigt der Vergleich mit vergangenen Wettbewerben, als es um maximale Geschwindigkeit ging: Im 2018 wurde der Wettbewerb mit 31.2s gewonnen, dieses Jahr war der schnellste Pilot mit geradezu gemütlichen 44.5s unterwegs.

Nach den ersten zwei Runden schien Wagi fast uneinholbar an der Spitze: Mit gerade mal 0.7s Differenz legte er eine anspruchsvolle Marke vor, die wohl nur mit viel Glück zu unterbieten war. Die restlichen Piloten waren zwar mit 2s bis 5s Differenz gut mit dabei, aber der Abstand war doch deutlich. Im dritten Durchgang aber wurden die Zeiten nochmals verbessert. Bis auf Adi, der mit dem MDM Fox wohl nicht ganz den idealen Wettbewerbsflieger am Start hatte, landeten alle Piloten innerhalb von 1.5s - in diesen Dimensionen war die finale Rangierung wohl eher zufällig. Den Jackpot zog wiederum Martin Näf, der im letzten Flug die erste Zeit exakt egalisierte.

Zurückblickend darf der Anlass wiederum als sehr gelungen betrachtet werden. Alle Piloten hatten einen entspannten Nachmittag mit viel Spass und genossen die Abwechslung, die ein solcher Wettbewerb in den Flugbetrieb bringt. Ein Wermutstropfen ist aber die sehr bescheidene Teilnehmerzahl. Der Wettbewerb ist so ausgelegt, dass wirklich alle aktiven Piloten das Programm fliegen könnten. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich nächstes Jahr ein paar zusätzliche Piloten zur Teilnahme aufraffen würden.

Eindrücke vom Tag gibt es in der Bildergallerie.

Rangliste Zeit- und Ziellandung

Rang Name Modell Punkte
1 Martin Näf Mystique 749
2 Stephan Pabst Aiolos 721
3 Peter Christensen Brisk 676
4 André Wagner Graphite 613
5 Adrian Eggenberger MDM Fox 599
6 Martin von Arx Tango 583
7 Michael Orschel Cirrus 402

Rangliste Törlifliegen

Rang Name Modell Kleinste Differenz
1 Martin Näf FW-190 0,00
2 André Wagner Corsair 0,70
3 Peter Christensen Parkmaster 0,80
4 Martin von Arx Easyglider 1,50
5 Adrian Eggenberger MDM-Fox 5,00