Besuch in der CAD-CAM Werkstatt von Rolf Fritschi
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- Erstellt: Samstag, 18. Januar 2014 20:14
- Geschrieben von Martin Näf
Der "Winterhöck" vom 14. 1. 2014 war ein Besuch in der Werkstatt von Rolf Fritschi. Rolf konstruiert seine Modelle komplett im Computer mit moderner CAD Software und produziert anschliessend die Teile auf seiner CNC Fräse.
Knapp 10 Mitglieder liessen sich von Rolf fachkundig in die Materie einführen und konnten bei der Gelegenheit ein paar ausserordentliche Modelle bestaunen!
Modellbau - mit Betonung auf "Bau" - ist in der Modellfliegerei etwas in den Hintergrund getreten. Für wenig Geld erhält man heute beinahe perfekt gebaute Modelle, welche nach wenigen Stunden Endmontage flugfertig sind. Vor allem die älteren Semester unter uns erinnern sich aber noch gut an die vielen Stunden im Bastelkeller, in welchen wir aus einer Kiste voll Holz unsere Flieger gebastelt haben. Damals wurden die Rippen und Spanten meist aus Sperrholz und Balsa gestanzt und als Bausatz verkauft. Die ganz angefressenen kauften sich Baupläne und verbrachten viele Stunden mit der Laubsäge. Wie schön wäre es doch, wenn eine Maschine diese mühsame Arbeit erledigen könnte!
In der Industrie sind Computer-gesteuerte Fräsmaschinen schon lange im Einsatz. Inzwischen sind diese Geräte auch für den ambitionierten Modellbauer erschwinglich geworden. Rolfs Einführung in die Materie zeigte allerdings deutlich, dass es mit der Hardware alleine noch längst nicht geschafft wird. Zuerst einmal muss ein präziser Plan im Computer erstellt werden. Dabei wird das Modell in drei Dimensionen auf dem Computer gezeichnet. Sämtliche Teile werden aufgebaut und zusammengeführt.
Ist das Modell fertig konstruiert, werden die Teile aus dem CAD Programm exportiert. Ein spezielles Programm generiert aus dem gezeichneten Teil eine Anweisung an die Fräsmaschine. Dieses "Programm" sagt der Fräse, wie sie die Konturen abfahren muss, und wo gebohrt werden soll. Anschliessend führt die Fräse das Programm aus, und das fertige Teil steht vor uns. Obwohl die Software heute extrem leistungsfähig ist, gibt es doch immer wieder kleinere Probleme, die sorgfältig ausgebügelt werden müssen. Eine riesen Arbeit, die allerdings durch absolut perfekte Präzision der Teile belohnt wird. Wer Rolf bei der Demonstration zuschaute, fragte sich unweigerlich, ob nicht die gute alte Laubsäge am Ende nicht ebenso schnell gewesen wäre - bei einem einfachen Modell ab Plan ist dies bestimmt der Fall.
Die Fräse kann nicht nur zwei-dimensionale Objekte wie Rippen und Spanten fräsen, sondern auch drei-dimensionale Objekte erstellen. Damit können bequem Urmodelle erstellt werden, welche anschliessend zum Formenbau verwendet werden können. Die Grenzen sind also kaum in der Technologie, sondern in erster Linie beim Konstrukteur.
Die Modelle, die Rolf mithilfe dieser Technologie zaubert, sind aber absolut atemberaubend! Häufig arbeitet er auch mit talentierten Modellbauern wie Padi Trauffer zusammen. Die Resultate sind dann ausserordentliche Modelle, wie sie ohne moderne Technologie kaum zu schaffen wären. Auch Walti durfte in der Vergangenheit schon Rolfs Hilfe in Anspruch nehmen und war vom Resultat begeistert.
Rolf Fritschi verfolgt mit seinem Hobby keinerlei kommerzielle Interessen. Er ist grundsätzlich für spannende Projekte offen. Ihm ist dabei besonders wichtig, dass die Partner mit ganzem Herz und vollem Einsatz mit dabei sind. Wer den Aufwand nicht scheut und sich nicht von der "Geiz ist Geil" Mentalität leiten lässt, ist bei ihm an der richtigen Adresse. Für uns "normale" Modellflieger mit endlichem Zeitbudget war es einfach ein ausserordentlich inspirierender Besuch. Vielen Dank, Rolf!