Telemetrie in der Praxis - Tipps für Futaba

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Tipps für Futaba

Adrian Eggenberger

Ich kann mich den allgemeinen Beschreibungen des Hauptautors Martin anschliessen, speziell dass während des Flugs vor allem die Sprachausgabe wichtig ist.  Hier noch ein paar Hinweise aus meiner bisherigen Nutzung der Robbe/Futaba FX-32, die generell auch für die FX-22, die T14SG und T18MZ gelten.

Ich habe letzten Sommer wegen der Telemetrie und dem besser ablesbaren Senderdisplay eine FX-32 gekauft. Dringend nötig gewesen wäre das nicht, aber man hantiert halt auch mal gerne mit neuen Spielsachen. Futaba/Robbe befand sich gegenüber den anderen Herstellern telemetriemässig stets etwas im Hintertreffen, aber im letzten Sommer waren dann die wichtigsten Sensoren und Funktionen verfügbar. Da bei Futaba die Telemetrieauswertung im Fernsteuersender erfolgt, muss dazu auch die entsprechende Software installiert sein. Früher bei der FX-30 habe ich während 4 Jahren nie einen Update installiert. Bei der FX-32 habe ich gleich im ersten Monat zwei neue Software Versionen installieren müssen. Keine Angst, das geht recht einfach und mit Hilfe eines Kollegen, welcher das auch schon gemacht hat, noch schneller. Wenn ein neuer Sensor ausgeliefert wird oder neue Messwerteinheiten angezeigt und akustisch ausgegeben werden sollen, dann kann der Sender das ohne SW-Update natürlich nicht. Das Einlesen und Zuteilen der Sensoren auf die 32 Sensor Übertragungskanäle erfolgt an der S.BUS II Programmierbuchse des Fernsteuersenders. Normalerweise muss man sich mit den Sensorkanälen aber nicht herumschlagen. Der Sender übernimmt das selbständig, auch wenn man denselben Sensor mehrmals im Modell eingebaut hat, wie das bei einem mehrmotorigen Elektroflieger für die Strom- und Drehzahlmessung der Fall sein könnte.

Um während des Flugs die wichtigsten Telemetrieinformationen einigermassen ablesen zu können, kann  man bei Futaba die drei wichtigsten Messwerte frei auswählen und auf dem Display gross anzeigen lassen. In diese Anzeige kommt man während des Flugs mit einem Tastendruck wenn man dies nicht vorher schon ausgewählt hat. Im Fall meiner Focke Wulf FW-190 interessierten die Gesamtzellenspannung, der aktuelle Strom und die verbrauchte  Kapazität.

Die weiteren Messwerte werden im Telemetriemenu angezeigt, wo man der Reihe nach durch alle Sensoren durchgehen kann, was wohl im Flug niemand tut. Allerdings kann man nach dem Flug bei allen Messwerten Minima und Maxima ablesen. Auch die letzten gemessenen Werte kann man auslesen, was im Fall eines RC-Ausfalls bei der Suche des Modells anhand der letzten Koordinaten sehr hilfreich sein kann.

Die akustische Ausgabe erfolgt einerseits mittels Programmierung von unteren oder oberen Alarmschwellen, hier bei der Antriebsakkuspannung mit Ansage „Batteriespannung kleiner 10.2 Volt“,  und andererseits durch Zuordnen eines Schalters oder Tasters pro gewünschtem Messwert. Wie unten sichtbar, habe ich auf dem Schalter „E“ die Ansage für die Spannungsmessung des Antriebsakkus programmiert. Wenn ich den Taster betätige, spricht die nette Dame im Sender die aktuelle Spannung einmal aus, beim Umlegen eines Schalters jede Sekunde. Solche Zuordnungen habe ich ebenfalls mit weiteren wichtigen Messwerten, wie Höhe, Stromverbrauch, verbrauchte Kapazität und der Geschwindigkeit vorgenommen. Natürlich muss man dann im Flug wissen, welcher Schalter was auslöst oder dann halt durchprobieren - die Dame nennt ja die Messgrösse. In der Praxis interessieren einen wohl meist nur 1-3 Werte pro Flugzeug. Die Zuordnung der Anzeige und Ausgaben erfolgt unabhängig für jeden Modellspeicher.

Futaba hat die komplette Palette an Sensoren, aber es gibt auch Dritthersteller. Für Modelle mit Elektroantrieb gefällt mir der UniSens-E von SM Modellbau sehr gut. Er enthält eine Druckmessung für Höhe und Vario, Strom, Spannungs-, Leistungs- und Kapazitätsmessung für den Antrieb und einen Drehzahlmesser und lässt sich für Futaba, Graupner, Multiplex und Jeti programmieren.  Das alles für unter 100.-.

Bezüglich Vario fliege ich seit Jahren mit dem Renschler Picolario. Renschler hat ein für den Modellsegelflug optimiertes System entwickelt, bei dem die akustische Ausgabe bereits im Sensor erzeugt und mit 433 MHz ISM Funk auf ein kleines Walkytalky und den Kopfhörer im Ohr übertragen wird. Das neuste Picolario 2, welches neben der bisherigen Funkübertragung auch als Sensor für den S.BUS II  eingesetzt werden kann, habe ich zwar bestellt, aber noch nicht getestet. Als Sensor an der Futaba Telemetrie angeschlossen, wird es sicher hervorragende Variodaten liefern. Die akustische Ausgabe wird dann aber im Sender auf Futaba Art erzeugt und noch einige Zeit nicht ganz so ausgefeilt sein wie die von Renschler selber. Die Renschler eigene Akustikausgabe im Picolario hat ein optimales Variosignal für Steigen und Sinken und spricht je nach Programmierung und Stellung des Steuerkanals sofort, alle 30 Sekunden oder alle 50m die aktuelle Höhe.

Es ist davon auszugehen, dass künftig weitere Drittlieferanten wie SM Modellbau clevere und mit den gängigen Telemetriesystemen nutzbare Sensoren zu vernünftigen Preisen anbieten werden, was wohl das Herstellerdiktat etwas abschwächen wird. Allerdings müssen diese Sensoren dann einen bekannten Futaba Sensor „spielen“, denn sonst kann ihn der Fernsteuersender nicht einlesen und kann auch nichts mit den übertragenden Messwerten anfangen. Wünschenswert wäre auch, wenn die Drehzahlsteller künftig gleich Telemetriesensoren eingebaut hätten und an den S.BUS II angeschlossen werden könnten. Das würde das Kabelwirrwarr im Flieger und die Fehleranfälligkeit ziemlich reduzieren.