Staffel-Projekt
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- Erstellt: Samstag, 20. Juni 2020 08:14
- Geschrieben von Tobias Gerster
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Das Ziel: Ich wünsche mir wieder eine konstantes Staffelteam, mit dem ich die Freude am Staffelfliegen teilen kann. Dazu soll die «Eintrittshürde» möglichst klein sein: Ein geeignetes Modell und viel gemeinsame Zeit in der Luft sind das Ziel.
Aktuelle Situation
Die Strega mit einem Meter Spannweite und 3S-Lipo geht zwar super im Flug, hat aber, die Tendenz, beim Landen den Kopfstand zu machen. Auch das Starten geht nur gut auf frisch gemähtem Rasen.
Das Projekt
Im März habe ich euch an der GV 20 einen möglichen neuen Staffelflieger präsentiert, die Mustang P-51D V8-Red-Tail, Spw 1450mm, PNP-Set von FMS. Sie ist aktuell für gut CHF 300 im Handel und braucht noch einen Empfänger und einen 4S Lipo.
Erstflug und erste Erkenntnisse
Kurz vor dem Lockdown habe ich die P-51 zum ersten Mal fliegen können. Der original 14x8 4-Blatt Propeller sieht zwar hübsch und originalgetreu aus, bringt den Flieger aber nicht auf genügend Tempo zum Staffelfliegen, vor allem das Aufholen ist praktisch nicht zu schaffen. Looping sind knapp möglich, allerdings ohne gross Reserve. Am selben Tag (es war der letzte für lange Zeit) waren auch Adi und Martin am Knüppel.
Kurzum: Wie schon die Strega, benötigt auch die P-51 einen anderen Prop. Ich habe zuerst mit dem Prop-Calculator verschiedene Varianten angeschaut. Ich wollte in einem ähnlichen Ampère-Bereich bleiben wie beim Original, damit Regler und Motor sicher weiter betrieben werden können. Dabei hat es sich rechnerisch als sinnvoll erwiesen, bei 15 Zoll Durchmesser zu bleiben. Bei grösserem Durchmesser musste ich zur Vermeidung einer Überlastung des Motors / Reglers die Steigung soweit reduzieren, dass die Geschwindigkeit sogar wieder sank.
Strommessungen im Stand
Bei Ueli und Digitec habe ich dann folgende Props beschafft und mit Pietro im Baulokal Messungen des Standschubs gemacht:
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Marke |
Dimension |
Strom Stand |
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Original |
14x8 4-Blatt |
45 A |
|
Aeronaut |
15x10 |
37 A |
|
APC |
15x10 E |
40 A |
|
APC |
15x11 Pattern |
44 A |
|
APC |
15x12 Pattern |
45 A |
|
Aeronaut |
15x12 |
51 A |
Aktuell verwende ich einen vorhandenen, schon älteren 4S 3700mAh Lipo. Damit ich die verschiedenen Props schnell montieren kann, hat mir Pietro die Original-Prop-Grundplatte abgesägt und -geschliffen. Für eine definitive Lösung suche ich dann noch eine "normale" Platte mit Spinner. Aber für die Versuche reicht das völlig.
Wie es mit den ersten Geschwindigkeitstest in der Luft und den weiteren Flugversuchen gelaufen ist, erfährst du in einer Woche im nächsten Teil.
Du kannst jederzeit einen Probeflug machen. Falls gewünscht, ist das auch am Doppelsteuer möglich. Melde dich einfach bei mir: tobi[at]hisown.ch
Erster Propeller- und Stromverbrauch-Test im Flug
Ich wollte die Stand-Messungen durch kurze Flüge verifizieren und subjektiv die verschiedenen Props beurteilen. Dazu habe ich am 25.05. Flüge von 5 Minuten Dauer gemacht. Ich bin ziemlich zügig und mit Gas geflogen, um das Verhalten im Looping, Aufholmanövern und hochgezogenen Kurven zu erfahren.
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Marke |
Dimension |
Looping |
Beschleunigung |
Verbrauch mAh bei 5 Min. Flug |
Verbrauch mAh pro Minute |
|
Original |
14x8 |
am Anschlag |
von normal zu Vollgas wenig Veränderung |
1520 |
304 |
|
Aeronaut |
15x10 |
geht, aber nicht berauschend |
OK. spürbar weniger als APC 15x10E |
1550 |
310 |
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APC |
15x10 E |
super, besser als Aeronaut 15x10 |
gut, gutes Gefühl |
1420 |
284 |
|
APC |
15x11 Pattern |
eher enttäuschend |
eher noch mehr |
1857 |
371 |
|
APC |
15x12 Pattern |
super, geht ab |
gut |
1950 |
390 |
|
Aeronaut |
15x12 |
geht wirklich gut, genügend Leistung |
fühle mich wohl |
1833 |
367 |
Auffällig für mich ist, dass der original 4-Blatt Prop ähnlich viel Strom verbraucht wie die beiden 15x10 Props, obwohl es sich mit dem 4-Blatt wie mit angezogener Handbremse fliegt. Deutlich ist der höhere Strombedarf bei 11- und 12 Zoll Steigung.
Erster Test für Geschwindigkeit und Stromverbrauch im Staffel-Flug
Nach dem Lockdown konnte ich am 28.05. mit Oliver zusammen erste Geschwindigkeitsmessungen im Flug mit einer Radarmessung machen und die Eigenschaften im Staffelflug kennenlernen. Wir haben mit der Radarpistole von Didi die max. Geschwindigkeit im Horizontalflug gemessen und erste Versuche im Staffelflug mit der Strega als Referenzmodell gemacht. Wir kennen die Strega nach den vielen Jahren sehr gut und denken, dass uns der Direktvergleich Strega – P-51 hilft, die Staffeleigenschaften der P-51 zu beurteilen.
Für jeden Prop haben wir zuerst einen Geschwindigkeits- und danach einen Staffelflug gemacht. Oliver hat als erfahrener Leader versucht, alle Flüge mit der Strega möglichst vergleichbar zu fliegen. Wir sind möglichst immer 6 Minuten zusammen geflogen und haben gemessen, wieviel Strom wir wieder nachladen mussten. Dadurch lässt sich in etwa der Stromverbrauch im Staffelflug bestimmen.
Die Geschwindigkeitsmessung mit Radarpistole war eine ziemlich schwierige Angelegenheit. Die Resultate sind also mit Vorsicht zu geniessen. Ausserdem hatten wir an diesem Tag -wie oft im Mai 20- eine steife Bise, was die Aufgabe nicht erleichtert hat.
Wir haben folgende Resultate erflogen:
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Marke |
Dimension |
Geschw. km/h |
Verbrauch bei Geschw. pro Minute mAh |
Verbrauch bei Staffel pro Minute mAh |
|
Aeronaut |
15x10 |
90 |
240 |
288 |
|
APC |
15x10 E |
103 |
317 |
294 |
|
APC |
15x11 Pattern |
98 |
258 |
335 |
|
APC |
15x12 Pattern |
107 |
329 |
334 |
|
Aeronaut |
15x12 |
117 |
366 |
338 |
Die Stromunterschiede bei der Geschwindigkeitsmessung können auch daher begründet sein, dass wir nicht immer die gleiche Anzahl tiefer Vorbeiflüge mit Vollgas machen mussten: wir strebten jeweils 4 (2 von jeder Seite, um die Windkomponente kompensieren zu können) an. Manchmal genügten sie, manchmal zeigte die Radarpistole irgendwelche Fantasiewerte, so dass wir bis zu 8 Passagen für 4 vernünftige Messungen fliegen mussten. Die Tendenz zeigt sich aber, dass sich eine höhere Steigung auch grundsätzlich in einer grösseren End-Geschwindigkeit zeigt. Erstaunt hat mich die hohe Geschwindigkeit der APC-15x10E: ob die 103 km/h tatsächlich korrekt gemessen sind, ist aber nicht so entscheidend, weil für uns das Verhalten in der Staffel wichtiger ist.
Beim Staffelverhalten zeigte es sich, dass die P-51 viel anfälliger auf böigen Wind reagiert wie die Strega: während Oliver mit der Strega seine Runden fast "wie auf Schienen" zog, folgte ich mit der P-51 herumtorkelnd und wurde immer wieder aus der Bahn geworfen; ich fühlte mich fast wie ein Anfänger. Ich denke, dass das Ergebnis der sehr schlanken Silhouette der Strega und ihres dünnen Profils ist. Im Vergleich mit der Strega wurde folgendes Verhalten der P-51 sehr offensichtlich: Bei ruhigen Bedingungen geht sie anständig. Bei schwierigeren Bedingungen wird sie schnell anspruchsvoller zu steuern. Das ist keine gute Eigenschaft eines Staffelfliegers.
Wie es mit den ersten weiteren Staffeltests in der Luft gelaufen ist, erfährst du in einer Woche im nächsten Teil. Du kannst jederzeit einen Probeflug machen. Falls gewünscht, ist das auch am Doppelsteuer möglich. Melde dich einfach bei mir: tobi[at]hisown.ch
Zweiter Staffeltest Strega / P-51
Mit Florian habe ich am 01.06. eine zweite Session Staffel-Versuche gemacht, um hier noch mehr zu erfahren. Die Bedingungen waren von Flug zu Flug extrem unterschiedlich: von Null-Wind über Böen zu Starkwind; manchmal mussten wir die bereits startklaren Flieger auf der Piste nochmals drehen, weil der Wind nun plötzlich von der anderen Richtung wehte…
Keine einfachen Bedingungen, aber ein Flieger sollte damit klarkommen, wenn man ihn im Normalbetrieb zum Staffelfliegen nutzen möchte.
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Marke |
Dimension |
Verbrauch mAh bei 6 Minuten |
Verbrauch mAh pro Minute |
Flugeindruck |
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Aeronaut |
15x10 |
1’652 |
275 |
Braucht zum Folgen deutlich mehr als Halbgas. Aufholen dauert lange |
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APC |
15x10 E |
1’896 |
316 |
Viel Vollgas. Schwierig zum Aufholen |
|
APC |
15x11 Pattern |
2’119 |
353 |
Flug etwas besser als 15x10E, vergleichbar mit 15x10 Aeronaut. Gefühlt braucht schwerer Pattern Prop länger zum Aufbau der Drehzahlsteigerung. |
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APC |
15x12 Pattern |
2’210 |
368 |
Macht dynamischen Eindruck, braucht aber auch gut Gas um der Strega nachzukommen. |
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Aeronaut |
15x12 |
2’143 |
357 |
Geht gut hinter Strega. Beschleunigung gefühlt gut. Looping in Tempo, Durchzug und Durchmesser vergleichbar mit Strega, also ok. |
Aus den Messungen und dem Gefühl hat sich der 15x12 Aeronaut für mich als geeigneter Prop herauskristallisiert: Wenn man grosszügig mit 370mAh Verbrauch pro Flugminute rechnet, kann man sicher 6 Minuten fliegen, um einen 3700mAh Akku höchstens zu 60% leerzufliegen.
Wegen der Böen und des Windes musste Florian etwas schneller als üblich fliegen. Ich konnte recht gut folgen, musste aber mit viel Gas fliegen. Neben der höheren Böen-Empfindlichkeit ist aufgefallen, dass ich die Kurven mit wesentlich grösserer Querlage fliegen musste, um im Radius mithalten zu können. Es war auch recht schwierig, in den Kurven die Höhe sauber zu halten. Wenn ich für einen kleineren Kurvenradius mehr Querlage und etwas Höhe gab, stieg die P-51 regelmässig weg. Das macht das Folgen ziemlich schwierig. Abhilfe schafft hier der Einsatz des Seitenruders: damit schiebt der Flieger ziemlich sauber durch die Kurve, mit wesentlich weniger Querlage.
Wenn man aber im Staffelflug zusätzlich zu Geschwindigkeit, Posi und Höhe auch noch das Seitenruder zur Kurvensteuerung sauber steuern muss, scheint es mir eine recht anspruchsvolle Angelegenheit zu sein. Ich habe hier meine Zweifel, ob das für einen Einsteiger-Staffel-Flieger vertretbar ist oder nicht. Ihr sollt aber meine P-51 am besten selber fliegen und beurteilen, ob ihr damit klarkommt oder nicht.
Beim Landen habe ich gemerkt, dass man relativ zügig aufsetzen muss. Ich lande sie wie die Strega mit vollen Flaps und etwa 1/3 Gas bis kurz vor dem Aufsetzen. Sie ist mir zwei Mal aus etwa einem halben Meter abgerissen und ohne grosse Vorankündigung einfach durchgesackt. Sie hat zwar ein gefedertes Fahrwerk, aber dieses konnte den 2.6 kg Flieger nicht mehr voll federn: Das Fahrwerk liess sich danach nicht mehr sauber einfahren. Ich musste etwas "rumwürgen", damit es wieder gepasst hat. Rezept: Mit gefühlt hoher Landegeschwindigkeit in den Endanflug fliegen. Knapp über dem Boden, erst im letzten Moment Gas raus und aufsetzen. Keine Angst, sie ist mir noch nie auf den Kopf gegangen.
Mir ist noch aufgefallen, dass bei etwa der Hälfte der Flüge ein Rad nicht sofort eingezogen wurde. Vor allem, wenn ich nach dem Start in eine erste Kurve gegangen bin. Dann musste ich Das Fahrwerk wieder kurz aus- und danach einfahren. Nicht tragisch, aber unschön. Für einen Staffelflieger ist eine einfache und sichere Bedienung in meinen Augen eine sehr wünschenswerte Eigenschaft.
Ich habe keine Erfahrung, ob das Fahrwerk langfristig stabil ist oder wie bei der AT-6 noch verstärkt werden sollte.
Fazit:
Ziel ist eine einfach zu fliegende, ehrliche, technisch anspruchslose, kostengünstige, robuste und zuverlässige Maschine. Sie sollte einfach zu starten, fliegen und zu landen sein, einen grossen Geschwindigkeitsbereich abdecken, gut aussehen und sichtbar sein (problematisch bei Tarnfarben). Im Prinzip fehlt der Strega nur das einfache Starten und Landen…
Wie sehen nun unsere Ergebnisse zusammengefasst aus?
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+ |
- |
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Start und Landung gehen gut, Landetechnik siehe oben |
Sie «zickt»: kein Moment ist man sicher, dass sie so fliegt, wie man möchte. Ständig sind Korrekturen nötig. Hier ist die Strega deutlich überlegen. |
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Flugbild ist super. Sichtbarkeit mit den gelben Flügelstreifen und rotem Heck ist ok. |
Seitenrudereinsatz für kontrollierte Kurven ist zwingend |
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Geschwindigkeitsbereich und Dynamik mit 15x12 Prop ist gut |
Braucht einen anderen Prop mit neuer Grundplatte und Spinner. |
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Fahrwerk fährt nicht immer sauber ein. |
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Mit 320 Franken recht günstig zu beschaffen und mit 4S preiswerte Akkus. |
Unklar, ob Fahrwerk langfristig stabil genug im Flügel verbaut ist. |
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Kein Anfänger-Staffel-Flieger: Die Strega lässt sich problemlos nach einer anfängertauglichen Corsair fliegen: im Flug sehr stabil, fliegt einfach schneller und braucht mehr Platz. |
Du spürst, dass ich persönlich nicht 100%ig überzeugt bin, ob die P-51 vom Handling und von den Flugeigenschaften her das Richtige ist, um mit dem Staffelfliegen zu beginnen. Das ist aber nur meine Meinung. Ich lade jeden ein, der die P-51 fliegen und sich selber eine Meinung bilden möchte, sie am Knüppel kennenzulernen.
Falls die P-51 von FMS nicht der neue Staffel-Einstiegs-Flieger von uns werden sollte: Welche anderen Ideen hast du? Ich höre immer wieder von der P-51 "Old Crow" von Freewing: Sie hat auch 1.4m Spannweite und auf dem Papier macht sie mir einen vergleichbaren Eindruck wie die hier vorgestellte "Red-Tail". Ich hänge absolut nicht an der "Red-Tail", und wäre sehr interessiert, die "Old Crow" auch mal in der Luft zu sehen und zu testen. Hast du eine, kennst du jemanden, der eine fliegt? Welche weiteren Modelle sollen wir noch in die Evaluation miteinbeziehen?
Wie es mit dem Projekt weitergeht, hängt nun von dir ab!
Du kannst jederzeit einen Probeflug machen. Falls gewünscht, ist das auch am Doppelsteuer möglich. Melde dich einfach bei mir: tobi[at]hisown.ch
Wir mischen die Karten neu!
Letzen Samstag und heute Sonntag haben verschiedene Kollegen die Gelegenheit wahrgenommen, entweder selber die P-51 zu fliegen oder sie von mir vorfliegen zu lassen. Euer Vorbeikommen hat mich extrem gefreut! Es zeigt mir, dass Interesse vorhanden ist und wir auf dem richtigen Weg sind.
Das Fazit der bisherigen Tests ist klar: Die P-51 eignet sich nicht zum Einstieg ins Staffelfliegen. Wir gehen zurück auf Feld 1 und starten die Evaluation neu. Ich möchte sie nun aber umkehren: Es sucht nicht ein Einzelner ein neues Modell, sondern viele suchen nach bestehenden oder eventuell neuen Modellen. So haben wir eine grössere Auswahl, sind schneller und können uns früher abstimmen.
Ich schlage vor, dass wir uns ein paar Mal treffen (das erste Mal bereits diesen Samstag: 11.7. - Staffelprojekt: Bring deinen Staffelflieger zum Testen, Demo und Diskussion). Du bringst deinen Staffelkandidaten mit. Du fliegst ihn vor, oder lässt deine Kollegen damit testen. Daneben unterhalten wir uns, was uns wichtig ist und wie wir gemeinsam dorthin kommen können. Einige Flieger werden aus der Auswahl herausfallen, ein paar drinbleiben, neue Ideen kommen.
Wir haben am gestern Sonntag das bereits etwa so gemacht: ich durfte die kleine Trojan (1m) von Walti fliegen: sie hat mir auf Anhieb gefallen und hat einen erstaunlich hohen Geschwindigkeitsbereich. Gerne würde ich auch versuchen, den verschiedenen Staffelkandidaten mit meiner Strega in der Luft Gesellschaft zu leisten. Bei der P-51 war dies einer der Punkte, welche die Nicht-Staffel-Tauglichkeit sehr deutlich gezeigt hat.
Also: Komm auf den Platz, bring deinen Flieger mit und lass uns testen!
Zurück auf Feld 1 oder schon fast am Ziel?
Die P-51 kam wegen ihres ungeeigneten Flugverhaltens für das Staffelfliegen also nicht in Frage. Deshalb habe ich sie intern ausgeschrieben und auch sofort verkaufen können.
Doch wie weiter? Was hat sich seit Juni alles getan?
Ich entschied mich, den Spiess umzudrehen: Es soll nicht einer ein Modell suchen, testen und die anderen überzeugen, sondern umgekehrt! Interessenten sollen mögliche Staffelflieger mitbringen und wir schauen gemeinsam, welcher Flieger sich eignen würde. Das Interesse war erfreulich hoch! Die präsentierten Modelle waren extrem verschiedenen: 1 oder 2-Mot, langsam bis schnell, zum Werfen oder mit Fahrwerk, Prop oder Jet, Antrieb von 3S bis 2x4S…
«Offiziell» an den Start gebracht war die Parkzone Trojan mit 1.1m in meiner Erinnerung zwar gar nicht. Ich durfte aber mal Waltis Exemplar probefliegen und was angenehm überrascht:
- Günstiger Flieger mit 3S-Antrieb
- Festes Dreibeinfahrwerk: geht nicht auf den Kopf und wo kein Einziehfahrwerk, da kann auch keines kaputt gehen
- Keine Landeklappen: sind nicht nötig und können somit auch nicht falsch bedient werden
- Ein kleiner, einfacher, leichter und günstiger Flieger
- Starts und Landungen gelingen regelmässig und sicher
- Sie fliegt vernünftig geradeaus und auch Kurven auf gleicher Höhe zu fliegen ist recht gut möglich.
Was nicht so toll ist:
- Die Leistung ist nicht berauschend, aber es reicht, um die Kollegen einzuholen
- Der mit Abstand grösste Nachteil aber ist: sie wird nicht mehr produziert!
Aber dann kommt ihr ebenfalls mit Abstand grösster Vorteil: Sie ist bei einigen Staffelinteressenten bereits vorhanden!
Meiner Meinung nach reichen die Flugleistungen der Trojan für das Erlenen der Staffel-Basics völlig aus. Deshalb entschieden wir gemeinsam, mit ihr die Einführung ins «Stäffele» zu wagen.
Und so machten sich Charly und ich auf die Suche nach 2 gebrauchten Maschinen. Das wäre wiederum eine eigene Geschichte… Geendet hat sie mit je einem Modell für Charly und mich und 2 Ersatzmaschinen (davon noch eine fabrikneue in der Schachtel) und etwas Ersatzmaterial. Eine davon hat sich Adi gleich geschnappt.
Erste Trainings
Ab Ende August / Anfang September haben sich Charly, Hanspeter Z., Rolf und später auch Adi ziemlich regelmässig zum «Stäffele» getroffen. Die Lernkurve war beeindruckend:
Zuerst musst du lernen, dass der Flieger genau dorthin fliegt, wo du willst, und nicht umgekehrt… Wir übten also zuerst einmal solo, eine einigermassen immer gleiche Volte zu fliegen. Und das auf etwa 5 bis 20m über Grund. Tönt simpel, ist es aber nicht.
Dann zuerst zwei zusammen. …und wieder…und wieder… und wieder…
Das, was wirklich zählt, ist die Zeit in der Luft. So haben wir uns möglichst wöchentlich getroffen und 4 oder mehr Flüge à 8 Minuten durchgeführt, meist mit Wechsel des Leaders. So lernt jeder jede Position mit jedem andern Piloten kennen. Alle fliegen gleich, und doch hat jeder seine individuellen Vorlieben und «Möödeli». Sich darauf einzustellen und daran zu arbeiten ist spannend. Und so verlief das Ganze: Ohne Zwischenfälle, ohne Berührungen.
Dann die ersten Versuche zu dritt, dann zu viert.
Ihr könnt im Video sehen, wie’s Mitte Oktober ausgesehen hat, nach knapp 2 Monaten zusammen Üben: Uns macht’s mächtig Spass.
Übrigens gab’s an jenem Abend bei nicht mehr so tollem Licht und zu fünft (!) die erste Berührung mit abschliessendem Suchspaziergang im Maisfeld in Pistennähe: Weich aufgeschlagen, ausser defekten Propellern und Motorhauben lässt sich alles in kurzer Zeit wieder folgenlos zusammenleimen. Die Trojans haben wegen ihres geringen Gewichts und Geschwindigkeit wenig kinetische Energie. Das ist ein grosser Vorteil in solchen Situationen.
Wie geht’s weiter? Ich denke, wir werden auch an wärmeren Wintertagen schauen, dass wir noch ein paar mal in die Luft kommen, um nicht ganz aus der Übung zu geraten. Im Frühling warten dann Erweiterungen in der Volte und Figuren. Es bleibt extrem befriedigend und spannend.
Übrigens: Weitere Staffelkollegen sind immer immer sehr gerne willkommen!